Auszeichnung des Mercator-Gymnasiums zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 14. Februar 2020

Auszeichnung des Mercator-Gymnasiums zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 14. Februar 2020

„Es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt,“ sagte in seiner Rede Schulsprecher Abu Hargey  und machte damit deutlich, wie man Diskriminierung im alltäglichen Umgang der Menschen miteinander begegnen muss. Der Anlass seiner Rede, der Festakt zur Auszeichnung des Mercator-Gymnasiums als Schule ohne Rassismus, war hierzu ein gutes Beispiel: Mit der Unterstützung von Frau Pues und Herrn Claaßen organisierte die SV des Mercator-Gymnasiums selbstständig den festlichen Rahmen der Auszeichnung. Viele kleine Beiträge trugen dazu bei, dass die offizielle Verleihung des Titels einen großen, würdigen Rahmen erhielt.

„Wir brauchen keine Superstars, wir haben unsere eigenen Talente!“

Schüler*innen aus unterschiedlichen Stufen tanzten, sangen und plädierten für eine Gesellschaft mit Vielfalt, Respekt und Toleranz. Durch das Programm führten Wilma und Abu, nachdem die Veranstaltung mit einer Tanzperformance zu „Hey Mama“ von Madalina aus der 5b eingeleitet worden war. Es folgte Lea aus der 5a mit dem Lied „194 Länder“ von Mark Forster. Dass das Plädoyer des Miteinanders und der kleinen Dinge am Mercator-Gymnasium praktisch gelebt wird, wurde hier besonders deutlich, erhielt die Sängerin doch tatkräftige Unterstützung durch zwei Backgroundtänzer der Q1, die ihre Mitschülerin gekonnt in Szene setzten. Der Chor der 6a, der durch Herrn Haßmann am Klavier begleitet wurde, war dann mit dem Lied „Aufstehen, aufeinander zugehen“ von Clemens Bittlinger der Abschluss des ersten Blocks, bevor Frau Rombeck, die Regionalvertreterin der Bundesorganisation „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, eine Rede hielt und der Schule offiziell ihre Auszeichnung verlieh. Die Darbietungen ernteten großen Beifall und Abu und Wilma kommentierten diese mit den Worten: „Wir brauchen keine Superstars, wir haben unsere eigenen Talente!“

Was bedeutet „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“?

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Projekt, das Schulen darin unterstützt, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einzustehen. Mit dem Beitritt der Schule in das Netzwerk der sogenannten Courage-Schulen geht die Verpflichtung einher, Verantwortung für das Klima an der jeweiligen Schule und in ihrem Umfeld zu übernehmen. Künftig soll jedes Jahr ein Projekt stattfinden, das den Schwerpunkt Diskriminierung besitzt, um sicherzustellen, dass auch langfristig gegen jegliche Form von Ausgrenzung vorgegangen wird. (Weitere Informationen findet man unter www.schule-ohne-rassismus.org.)

Die Auszeichnung ist ein Auftrag

Frau Rombeck stellte bereits zu Beginn ihrer Rede klar, dass es keine Schule ohne Rassismus gibt. Die Auszeichnung, die das Mercator-Gymnasium erhält, sei vielmehr eine Selbstverpflichtung und gleichzeitig ein Auftrag: „Die Auszeichnung ist nicht nur ein Schild, es gilt dieses Schild mit Leben zu füllen.” Frau Rombeck schloss mit dem Hinweis auf den Namenspatron der Schule: Gerhard Mercator und seine Arbeit sei bis in den arabischen Raum bekannt und so ein gutes Beispiel für den Austausch der Kulturen.

Vielfalt ist ein wichtiges Element in Duisburg

Nach dem Tanz des Halay durch Schüler*innen der Q1 (unter spontaner Beteiligung großer Teile des Publikums!) richtete Herr Kocalar, der Pate dieser Auszeichnung und Bürgermeister der Stadt Duisburg, einige Worte an das Publikum. Er freue sich sehr über das Engagement der Schüler*innen und war der Meinung, dass es die Schule vedient habe, sich nun „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen zu dürfen. Das Mercator-Gymnasium sei hier auch Spiegelbild der Stadt, da Vielfalt ein wichtiges Element in Duisburg sei. Wenn es um den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung gehe, müssten alle mitziehen – innerhalb wie außerhalb der Schule.

„Wie werden aus normalen Menschen außergewöhnliche Menschen?“

Im Anschluss an die Rede des Bürgermeisters sang Zeynep aus der 5a das Lied „Happy End“ und ihr folgte dann eine dreigeteilte Rede der Schulleiterin Frau Dr. Harnischmacher, dem Elternpflegschaftsvorsitzenden Herrn Möller und dem Schulsprecher Abu Hargey. Frau Dr. Harnischmacher nahm das Publikum auf eine kurze Zeitreise in das Jahr 1945 mit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei Heinrich Creutzberg als Schulleiter eingesetzt worden. Diese Ernennung erfolgte bereits zum zweiten Mal, nachdem er 1938 wegen politischer Unzuverlässigkeit von seiner Aufgabe entbunden worden war. Heinrich Creutzberg war „Schulleiter mit Courage, Schulleiter mit Haltung.“ Ebenso Haltung bewiesen habe in den 1990er Jahren der Schulleiter Dr. Krücken, als er die Schule an einem Marsch in die Innenstadt habe teilnehmen lassen, um ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit zu setzen; die Teilnahme war zuvor von der Behörde verboten worden, doch habe hier der Schulleiter Zivilcourage gezeigt. Frau Dr. Harnischmacher stellte die Frage, wie aus einem normalen Menschen ein außergewöhnlicher Mensch werde. Mit ihrer Antwort „In Gemeinschaften, die das immer wieder trainieren“ schlägt sie den Bogen zur SV des Mercator-Gymnasiums. Die Initiative, sich um die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bewerben, sei von den Schülerinnen und Schülern ausgegangen. Herr Möller knüpfte mit seinem Statement an diese Gedanken an und sprach davon, dass es immer um den Menschen gehen müsse. „Nur durch Courage wird eine Gesellschaft lebensfähig.“ Das wichtige seien Achtung und Respekt. Der Schülersprecher Abu Hargey nahm dies auf und sprach von einem Zusammenleben „mit Herz und Hirn“. Es liege an jedem selbst etwas gegen Diskriminierung zu tun. Rassismus dürfe heute keine Rolle mehr spielen. Und dies sei auch das erklärte Ziel. Im Alltag seien es aber vor allem die kleinen Dinge, auf die es ankomme.

Vielfalt, Respekt und Toleranz

Musikalisch ging es weiter mit dem Lied „If I ain’t got you“ von Alicia Keys, das durch Nora aus der 9b dargeboten wurde. Auch die Schulband „die Bänd“ trug ihren Teil zum Festakt bei. Mit „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten ließ sie den Punk in die Aula des Mercator-Gymnasiums einkehren. Für Vielfalt, Respekt und Toleranz plädierten Schüler*innen der EF und Q1. Dabei wurde der Text in verschiedenen Sprachen aufgesagt. Den Abschluss des musikalischen Rahmenprogramms machte Lilith Jordan aus der Q1, die ihr selbst komponiertes Lied „You know a heart can break“ spielte.

Abgerundet wurde der Nachmittag durch ein Buffet, das zu Austausch und Gesprächen einlud.

Jens Krohn

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