Konzept zur individuellen Förderung

Grundsätze

Jeder Schüler, jede Schülerin ist einzigartig mit individuellen kognitiven, emotionalen und sozialen Voraussetzungen, Interessen, Stärken und Schwächen. Im Zentrum der schulischen Arbeit steht die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler mit der Absicht, bei der Erreichung des von ihnen angestrebten Lernziels zu unterstützen. Diese individuelle Förderung soll ihnen dabei helfen, die Umstellungen und Herausforderungen, die mit der verkürzten Schulzeit verbunden sind, zu bewältigen.

Gerade an einer Schule, in der Heterogenität in der Schülerschaft zur Normalität gehört, hat diese individuelle Förderung einen hohen Stellenwert. Im Mercator-Gymnasium greifen hierzu vielfältige Mechanismen ineinander. Nach schulinternen und vielfältigen individuellen Fortbildungen seitens des Kollegiums wurden in den einzelnen Fachschaften Methoden individueller Förderung und kooperativen Unterrichts vereinbart und fanden Eingang in die schulinternen Fachcurricula. Fachbezogene Methodencurricula und Unterstützungsverfahren zum Thema „Lernen lernen“ bilden weitere Hilfestellungen beim Zugang zu einem systematischen Lernen. Darüber hinaus zielen Angebote zur Schaffung selbstständiger Lernprozesse z.B. durch die Schülerbibliothek, das sich gerade im Aufbau befindende Lernbüro und die Bereitstellung von PC-Arbeitsplätzen einen stabilen Rahmen, Lernmotivation zu schaffen bzw. zu steigern.

Zu diesem Zweck hat das Mercator-Gymnasium ein individuelles Förderkonzept entwickelt, das den Schülerinnen und Schülern vielfältige Hilfen im fachlichen, methodischen und sozialen Bereich bietet.

Wir am Mercator-Gymnasium sind uns einig, dass Lernerfolge am besten in einer angenehmen, anregenden und ermutigenden Lernatmosphäre gelingen. Daher liegt bei uns  der Kern der Förderarbeit im normalen Unterricht und nicht nur in nachgelagerten Fördermaßnahmen. Durch binnendifferenziertes Arbeiten wird in unserem Fachunterricht der Heterogenität der Schülerschaft begegnet, denn Leistungsdefizite und besondere Begabungen erfordern am Einzelfall orientierte Unterstützung. Eine positiv erlebte Schüler-Lehrer-Beziehung bildet hierbei die Basis.

 

Förderpraxis in der Schule

  1. Lernumfeld

Eine offene, freundliche und zuwendungsorientierte Schüler-Lehrer-Beziehung verstehen wir als Selbstverständlichkeit. Außerschulische Leistungen werden bei uns anerkannt und sowohl durch Zeugnisbemerkungen als auch durch die Möglichkeit, in der Oberstufe eine besondere Lernleistung zu erbringen, honoriert.

Eine enge, vertrauensvolle, konstruktive Arbeit mit den Eltern ist uns sehr wichtig. Um eine regelmäßige Kommunikation zu gewährleisten, führen alle SchülerInnen der Sekundarstufe I ein Logbuch. Hier haben sowohl Lehrer als auch Eltern unter anderem die Möglichkeit über etwaige Absprachen und Maßnahmen auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Neben den Fachlehrerinnen und Fachlehrern haben auch die Beratungslehrer stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Schülerinnen und Schüler und für die Eltern. Hier wird neben einer Beratung bezüglich diverser Probleme aus dem psychosozialen Bereich auch eine Lernberatung angeboten, die sich gezielt mit den Problemen rund um das Thema Lernen auseinandersetzt und konkrete Lösungsstrategien entwickelt.

  1. Unterrichtsorganisation

Seit mehr als zehn Jahren wird am Mercator-Gymnasium im Doppelstundenmodell unterrichtet. Dies bedeutet nicht nur Gelegenheit für diverse Unterrichtsmethoden und mehr Raum für Experimente in den Naturwissenschaften, sondern auch weniger Zeitdruck während der Unterrichtszeit und weniger Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit für die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag. Da es in den Doppelstunden ruhiger zugeht, bleibt auch mehr Zeit, auf individuelle Lernbedürfnisse einzugehen. Der lehrerzentrierte Unterricht tritt zugunsten eines deutlich schülerorientierten Unterrichts in den Hintergrund.

Um den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium so angenehm wie möglich zu gestalten, beginnt unser Schuljahr für die Fünftklässler traditionell mit einer „Sozialwoche“ in der genug Zeit bleibt, sich auf die neuen Mitschüler und Mitschülerinnen, die neuen Lehrer und Lehrerinnen und das neue, doch oft ungewohnt große Gebäude zu gewöhnen. Im Mittelpunkt dieser Woche steht das soziale Lernen. Hier werden Bausteine aus dem Lions Quest aufgegriffen und Themen rund um die Klasse spielerisch bearbeitet. Wir am Mercator-Gymnasium legen Wert darauf, dass sich jeder Schüler und jede Schülerin wohl bei uns fühlt. Das im Juni 2016 verabschiedete Curriculum zum Sozialen Lernen bezieht heute die gesamte Sekundarstufe I mit ein.

In der Oberstufe haben sowohl die Seiteneinsteiger als auch unsere eigenen Schülerinnen und Schüler durch obligatorische Integrationstage die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen. In diesen Tagen stehen Elemente der Erlebnispädagogik zur Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins, aber auch zum Fremdverstehen im Vordergrund.

In den 5ten Klassen wird der Übergang auch in der Stundentafel besonders berücksichtigt, indem die Stundenzahl der Hauptfächer Mathematik, Deutsch und Englisch erhöht wird. Dies eröffnet die Möglichkeit, starken Leistungsdifferenzen gezielt zu begegnen.

In der 5ten und 6ten Klasse haben unsere Schülerinnen und Schüler mit besonderer Affinität zum Künstlerischen, zum Naturwissenschaftlichen oder zum Sportlichen in unseren Profilmodulen die Gelegenheit, ihren Neigungen entsprechend zu arbeiten.

Gerade in den Jahrgangsstufen 5 und 6 nehmen wir die in der Grundschule begonnene Arbeit, Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Lernen zu erziehen, auf und entwickeln die bereits gelernten Techniken der Schülerinnen und Schüler mit ihnen weiter. Dieses „Lernen lernen“ ist bei uns Aufgabe aller Fächer.

Die Sprachförderung wird am Mercator-Gymnasium sehr ernst genommen und versteht sich als fächerübergreifende Schlüsselqualifikation. Zudem wird in der ganzen Sekundarstufe I bedarfsgerecht Förderunterricht in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch angeboten (DaZ). Auf der Basis zweier schulinterner Lehrerfortbildungen (2017/18) werden zunehmend Methoden zur Sprachsensibilisierung in allen Fächern umgesetzt.

  1. Hausaufgabenbetreuung und Lerngruppen

Derzeit besteht eine freiwillige Teilnahme an einer externen Hausaufgabenbetreuung, der Kurbel, die in den Räumen der Schule in und nach der Mittagspause angeboten wird.

Durch das Prinzip „Schüler helfen Schülern“, welches von unserer Schülervertretung initiiert und betreut wird, haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, „auf Augenhöhe“ miteinander zu lernen.

Auch ist es bei uns gängige Praxis, dass Lehrerinnen und Lehrer starke Schülerinnen und Schüler, etwa aus den Leistungskursen, mit schwächeren Schülerinnen und Schülern zusammenbringen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass sich diese Form des Arbeitens und Unterstützens sowohl für die/den unterrichtende/n Schüler/in, als auch für die/den zu unterrichtende/n Schüler/in als sehr gewinnbringend erweist.

  1. Leistungskontrolle

Grundlage einer individuellen Förderung ist die Feststellung eines Förderbedarfs. Daher werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler durch Fach- und Klassenlehrer sowie durch die Stufenkoordinatoren kontinuierlich beobachtet.

Um zeitnah auf Leistungseinbrüche reagieren zu können ist ein enger Kontakt zwischen den in einer Klasse unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen bei uns selbstverständlich. Sehr hilfreich ist dabei die Tatsache, dass am Mercator-Gymnasium in den Klassen  5-7 in der Regel Klassenlehrerteams die Klassenleitung übernehmen. Die kontinuierliche Zusammenarbeit von Klassenkolleginnen und -kollegen hat folgende Ziele:

  • In individuellen Förderplänen Maßnahmen zu erörtern und festzuhalten
  • Lernprobleme transparent zu machen
  • Die Bedeutung einzelner Fachnoten in Bezug auf die weitere Laufbahn deutlich zu machen (möglicher Defizit Ausgleich)
  • fachübergreifenden Förderbedarf festzustellen (z.B Lernmotivation, Lernblockaden, Leistungsbereitschaft, etc.)

Im Zuge der Erstellung der Förderpläne werden klare Zielvereinbarungen mit kurzfristigen und längerfristigen Zielen definiert. Diese werden in ausführlichen Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern sowie mit deren Eltern dargestellt und besprochen.

  1. Nicht institutionalisierte Förderung

Neben der teilweise regelmäßigen Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Mathe-Olympiade, Kanguru-Wettbewerb, Big-Challenge, Vorlesewettbewerb in der Unterstufe, Schülerzeitungs-Wettbewerb, Invent-a-chip, Informatik-Biber, Chemie-Olympiade) werden individuelle Lernprozesse aber auch durch die an der Schule eingerichteten Arbeitsgemeinschaften gefördert. Mit jeweils unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten wenden die SchülerInnen Unterrichtsinhalte vertiefend an und nutzen sie für die Erkundung eigener Interessen und Möglichkeiten.

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